@article{Jágrová2017, title = {POLSKI TO JEZYK NIESKOMPLIKOWANY? Theoretische und praktische Interkomprehension der 100 h{\"a}ufigsten polnischen Substantive}, author = {Kl{\'a}ra J{\'a}grov{\'a} and Irina Stenger and Tania Avgustinova and Roland Marti}, year = {2017}, date = {2017}, journal = {In Polnisch in Deutschland. Zeitschrift der Bundesvereinigung der Polnischlehrkr{\"a}fte}, pages = {5-19}, volume = {4/2016}, abstract = {Ein Text in einer unbekannten Sprache wird erst durch das Vorhandensein von Bekanntem verst{\"a}ndlich. Das Vorhandensein von Internationalismen oder auch W{\"o}rtern mit gemeinsamer Etymologie und Bedeutung ist ausschlaggebend f{\"u}r das Ph{\"a}nomen der Interkomprehension – der F{\"a}higkeit, eine verwandte, aber unbekannte Sprache zu verstehen, ohne sie jedoch aktiv zu beherrschen (vgl. z.B. Doy{\'e} 2005). Dies ist in der Praxis je nach N{\"a}he der Sprachen mehr oder weniger erfolgreich innerhalb einer Sprachgruppe m{\"o}glich, etwa zwischen dem Tschechischen und Slovakischen (N{\'a}bělkov{\'a} 2007, Golubović 2016) oder zwischen Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch (Gooskens, Golubović 2015, Golubović 2016). Dasselbe Prinzip funktioniert, jedoch nicht gleicherma{\ss}en unkompliziert, zwischen dem Polnischen und anderen slavischen Sprachen (ibid.). Auch eine sprachfamilien{\"u}bergreifende Interkomprehension durch R{\"u}ckgriff auf Internationalismen und Entlehnungen oder W{\"o}rter mit gemeinsamer etymologischer Herkunft (vgl. EuroComSlav und die Sieben Siebe; Mehlhorn 2014) ist l{\"a}ngst Thema sprachvergleichender und fremdsprachendidaktischer Forschung geworden (Mehlhorn 2014, Doy{\'e} 2008, Ollivier 2007, Klein, Reissner 2006). Filomena Capucho (2002, {\"u}bersetzt und zitiert nach Mehlhorn 2014) versteht Interkomprehension „nicht nur als ein Resultat linguistischen Transfers zwischen Sprachen derselben Familie, sondern als ein Resultat von Transferstrategien im Rahmen eines allgemeinen Interpretationsprozesses, der jeder kommunikativen Aktivit{\"a}t unterliegtˮ. Dieser Artikel stellt eine Weiterf{\"u}hrung einer vorhergehenden Studie dar, die die vergleichende Bestimmung der lexikalischen (auf den Wortschatz bezogenen) und orthographischen Distanz (aktuelle Konvention der Verschriftlichung) zwischen slavischen Sprachen zum Ziel hatte. Die in jener Studie gemessenen linguistischen Distanzen sollen Pr{\"a}diktoren daf{\"u}r sein, wie schwierig es f{\"u}r slavische Lesende ist, eine andere slavische Sprache zu lesen und zu verstehen, wobei die beiden Ebenen Lexik und Orthographie getrennt betrachtet werden. Die Weiterf{\"u}hrung dieser Studie besteht darin, dass die Methoden der sprachlichen Distanzmessungen nicht nur innerhalb der slavischen Sprachfamilie angewandt werden, sondern auch {\"u}ber ihre Grenzen hinaus. Eine solche sprachfamilien{\"u}bergreifende Messung soll ein Interkomprehensionsszenario repr{\"a}sentieren, bei dem z.B. Lesende mit Deutsch als L1 versuchen Polnisch zu verstehen – eine Situation, wie sie auch zu Beginn des Polnisch-Unterrichts an deutschen Bildungseinrichtungen auftreten k{\"o}nnte. Konkret ist hier die Fragestellung: Was sind die empirischen Voraussetzungen daf{\"u}r, dass Interkomprehension im Polnischunterricht in Deutschland funktioniert? Welche Schl{\"u}sse erlauben die Methoden und Resultate linguistischer Distanzmessungen auf das Polnische? Gibt es f{\"u}r das Polnische eventuell sogar sprachliche Voraussetzungen, die Vorteile gegen{\"u}ber anderen potentiell zu erlernenden Sprachen darstellen und ein Argument f{\"u}r die Wahl des Polnischen als L2/L3/LX w{\"a}ren? Der Gebrauch von Internationalismen und verwandtem Vokabular ist au{\ss}erdem eine der Grundvoraussetzungen daf{\"u}r, dass moderner Fremdsprachenunterricht von Anfang an in der Zielsprache stattfinden kann. Es wird davon ausgegangen, dass die zwischensprachliche {\"A}hnlichkeit nicht nur ein entscheidender Faktor f{\"u}r den Erfolg der Interkomprehension ist (Golubović 2016, Gooskens 2007), sondern auch den Fremdsprachenerwerb erleichtert, wobei Lernende gezielt auf bereits vorhandenes Wissen in einer Sprache zur{\"u}ckgreifen und aufbauen k{\"o}nnen (Mehlhorn 2014, Ringbom, Jarvis 2007). Wir demonstrieren die Methoden und Ergebnisse lexikalischer und orthographischer Distanzmessungen des Polnischen gegen{\"u}ber anderen Sprachen. Anschlie{\ss}end pr{\"a}sentieren wir die Resultate einer Pilotstudie mit einem bez{\"u}glich der Sprachkenntnisse sehr heterogenen Sample an Versuchspersonen, deren Aufgabe es war, polnische Internationalismen und Kognaten (Def. unten) mit gemeinsamer indoeurop{\"a}ischer Herkunft m{\"o}glichst korrekt in ihre Sprache zu {\"u}bersetzen. Wir vergleichen die Resultate der Studie hinsichtlich der Art der Stimuli sowie des Sprachenrepertoires der Versuchspersonen.}, pubstate = {published}, type = {article} }